Aufruf zur Prozessbeobachtung

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Gewaltexzess im Görlitzer Park - Polizisten gehen gegen ihre Verurteilung in Berufung

Zeit: Mittwoch, den 10.6.15 & Freitag, den 12.6.15 jeweils um 9:30 Uhr
Ort: Landgericht Tiergarten; Turmstraße 91, 10559 Berlin, Raum EG/220

Berlin, 8.6.2015: Zwei Berliner Polizeibeamte greifen am Morgen des 2.September 2013 schwer betrunken und außerhalb ihres Dienstes zwei Schwarze Männer an. Das Amtsgericht Berlin verurteilt sie deshalb 2014 wegen gefährlicher Körperverletzung zu Geldstrafen. Das Urteil ist umstritten. Am Mittwoch beginnt nun das Berufungsverfahren.

Die Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt begleitet einen der Betroffenen, der als Nebenkläger im Verfahren auftritt. Liam G. hatte damals helfen wollen. Gemeinsam mit ihm ruft KOP zur Prozessbeobachtung und Solidarität gegen rassistische Polizeipraktiken auf.

Was war passiert?

Liam G. sieht am Morgen des 02.09.2013 in der Nähe des Görlitzer Parks, wie ein Schwarzer Mann von zwei weißen Männern verfolgt wird. Die beiden wollen ihn schlagen, der Schwarze Mann versucht, die Schläge abzuwehren. Mehrere Menschen mischen sich ein und rufen: "Hört auf! Das geht nicht...!" Liam G. greift ein und bemüht sich, die Männer zu trennen, doch ohne Erfolg. Nun gehen die Angreifer auch auf ihn los. Sie riechen stark nach Alkohol. Mehrere Zeug_innen rufen Liam G. zu, dass sie die Polizei alarmieren werden. Plötzlich zückt einer der Angreifer eine Polizeimarke und sagt: "Wir sind Polizisten!". Liam G. ist völlig schockiert. Er kann nicht glauben, dass die betrunkenen Männer Polizeibeamte sind. Die Schläge hören nicht auf. Einer der Angreifer will ihn verhaften. Erst als die Sirene eines Einsatzwagens zu hören ist, stoppen die Männer endlich. Zwei hinzugekommene Polizisten nehmen Liam G. beiseite und kontrollieren seinen Ausweis, obwohl die Zeugen sofort rufen: "Nicht er! Er wollte nur dazwischen gehen!". Liam G. wird keine einzige Frage zum Vorfall bzw. Ablauf gestellt. Als er geht hört Liam G. noch, wie einer der Angreifer seinem Kollegen erzählt, er hätte sich mehrmals als Polizist zu erkennen gegeben. Als er das richtig stellen möchte, wird er daran gehindert.

"Das Vorgehen der Polizei rund um den Görlitzer Park ist untragbar", erklärt Biplab Basu von der Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt. "Dieser Fall zeigt einmal mehr, wie die Polizei jeden Schwarzen Mann um den Görlitzer Park herum bereit ist anzugreifen. Die ganze Gegend ist eine No-Go Area für Schwarze Menschen geworden" Näheres zur rassistischen Polizeikontrolle vom 2. September 2013 und weitere Vorfälle rassistischer Polizeigewalt rund um den Görlitzer Park können Sie der Berliner Chronik rassistischer Polizeigewalt entnehmen.

Ansprechpartner: Biplab Basu
Reach Out/ Ariba e.V. & KOP
Tel.: 030/ 695 683 44
Mobile: 01795441790
E-Mail: biplab_basu@reachoutberlin.de

ReachOut - Opferberatung und Bildung gegen
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Datum: 
Mittwoch, Juni 10, 2015