Presseerklärung: Aufruf zur Prozessbeobachtung:

m Donnerstag, den 19. November 2015, müssen sich zwei Sicherheitsmänner wegen Körperverletzung vor dem Berliner Amtsgericht verantworten. Sie hatten im Oktober 2013 einen Flüchtling aus Afghanistan (Amir M.) geschlagen.

Zeit: Donnerstag, den 19.11.2015 um 12:00
Ort: Raum: 371, Amtsgericht Tiergarten, Turmstraße 91, 10559 Berlin,

Bitte kommen Sie rechtzeitig und reservieren Sie zügig die Plätze im Verhandlungssaal.

Was war passiert?

Am 10. Oktober 2013 hatte Amir M. einen Termin im LaGeSo. Der Wachschutz verweigerte ihm jedoch den Zutritt zum Gebäude. Als er nicht gehen wollte, wird er von zwei Sicherheitsmännern angegriffen. Er wird angeschrien und geschlagen. Es kommt zu einem Gerangel. Amir M. wird zu Boden gerissen und getreten. Er versteht nicht, was die Männer sagen. Sie legen ihm Handschellen an und zerren ihn in einen separaten Raum. Dabei erhält er immer wieder Schläge und Tritte. Als er auf einen Stuhl gesetzt wird, kann er sich nicht mehr halten und bleibt am Boden liegen. Wenige Zeit später trifft ein Krankenwagen und die Polizei ein. Die Sanitäter_innen tragen Amir M. mithilfe eines Rollstuhls in den Krankenwagen und behandeln ihn ambulant. Amir M. erstattet Strafanzeige gegen die Sicherheitsmänner.

Zwei Monate später wird ihm vom LaGeSo ein sechsmonatiges Hausverbot erteilt. Ihm wird vorgeworfen, sich provozierend und aggressiv verhalten und den Wachschutz beleidigt zu haben. "Uns wurde mehrfach von solchen Angriffen des Sicherheitspersonals im LaGeSo berichtet. Neben den Verletzungen wiegt das Hausverbot für die Betroffenen besonders schlimm. Sie werden daran gehindert ihre aufenthaltsrechtlichen Angelegenheiten zu klären. Das hat weitreichende Konsequenzen", berichtet Biplab Basu von der Opferberatungsstelle ReachOut.

Am Donnerstag, den 19. November müssen sich die beiden Sicherheitsmänner vor dem Amtsgericht Berlin wegen "gefährlicher Körperverletzung" verantworten. Zwei Jahre nach dem Angriff. "Viel zu spät", findet B. Basu. "Wäre es früher zu einer Verhandlung gekommen, hätte dies Signalwirkung gehabt. Vielleicht wären die vielen Fälle, die uns aktuell bekannt werden, dann verhindert worden."

ReachOut ruft gemeinsam mit der Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt zur Prozessbeobachtung auf.

Ansprechpartner
Biplab Basu (ReachOut / KOP)
Email: biplab_basu@reachoutberlin.de
Mobil: 0179 544 17 90

www.reachoutberlin.de
www.kop-berlin.de

Deutsch
Datum: 
Donnerstag, November 19, 2015