Medienauswahl

Über ReachOut und unsere Themen

Polizei untersucht Autobrand und Nazi-Graffiti in Neukölln

In Neukölln haben Unbekannte Nazi-Symbole an eine Bäckereifassade gesprüht, ein Auto vor dem Geschäft ging in Flammen auf. Das Landeskriminalamt ermittelt. Ein Mitarbeiter sagt: Es war bereits die siebte rechtsextreme Attacke auf die Bäckerei.

Ein brennendes Auto und Hakenkreuz-Graffiti an einer Bäckerei in der Neuköllner Sonnenallee beschäftigen seit diesem Wochendende das für politische Straftaten zuständige Dezernat des Berliner Landeskriminalamtes. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, hatte vor der Bäckerei in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ein VW-Transporter gebrannt. Eine 60-Jährige Passantin hatte das Feuer bemerkt und die Polizei gerufen. Durch die Flammen wurde ein weiteres Auto beschädigt, hieß es. Die Feuerwehr löschte den Brand. ...

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Rassismus gegen asiatisch Aussehende in Berlin

"Dich sollte man mit Sagrotan einsprühen"
Rund 165.000 Menschen mit asiatischen Wurzeln leben in Berlin. In der Corona-Krise sehen sie sich verstärkt Rassismus ausgesetzt: von übertriebenen Distanzierungen über Beleidigungen bis hin zu körperlichen Attacken.

Von Jo Goll

Mitte März begegnet Minji Park einer Gruppe junger Männer vor einem Asia-Supermarkt in Charlottenburg. "Sie haben sofort angefangen 'Corona, Corona' zu rufen", erzählt die aus Seoul stammende Südkoreanerin. Dann, so berichtet sie weiter, husten die jungen Männer sie an. Minji Park ist geschockt, geht einfach weiter. "Dann sind sie hinter mir hergelaufen, haben gelacht und Witze über mich gemacht." Sie habe sich richtig drangsaliert gefühlt, erzählt die freie Künstlerin.

Minji Park hat sich bis heute von diesem hässlichen Vorfall nicht erholt. "Ich habe zu Hause viel geweint, das kam alles so plötzlich", sagt sie. "Ich lebe seit 15 Jahren in Deutschland, bin mit einem Deutschen verheiratet. Das ist so verletzend. Ich komme damit nur ganz schwer klar." ...

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Opferberatung zählt deutlich mehr rassistisch motivierte Angriffe

Rechtsextreme, rassistische oder antisemitische Motive führten im vergangenen Jahr in Berlin häufiger zu Straftaten. Das geht aus Zahlen der Opferberatungsstelle Reachout hervor. Besonders häufig waren demnach Muslime das Ziel.

Nach Einschätzung der Berliner Beratungsstelle für Opfer rechtsextremer, rassistischer und antisemitischer Gewalt, Reach Out, ist die Zahl der Gewalttaten in Berlin im vergangenen Jahr drastisch gestiegen. Demnach wurden im gesamten Jahr 390 solcher Taten registriert, das sind 91 mehr als 2018. 509 Menschen seien verletzt oder bedroht worden. Darunter sind den Angaben zufolge 32 Kinder und 31 Jugendliche.

Wie Reach Out weiter mitteilte, waren mehr als 55 Prozent der Angriffe rassistisch motiviert. Bei 34 Taten sei ein antimuslimisches Motiv festgestellt worden, 30 hätten sich konkret gegen Schwarze Menschen gerichtet und fünf gegen Sinti und Roma. ...

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"Wo jemand beleidigt wird, kann die Situation leicht eskalieren"

Interview: Sabine Priess, rbb|24 | Sabine Seyb von ReachOut

Beleidigungen, Bedrohungen, Übergriffe - gibt es in Berlin jeden Tag. Wann kann oder sollte man als Opfer oder Zeuge eigentlich die Polizei rufen? Immer dann, wenn sich jemand bedroht fühlt, sagt eine Mitarbeiterin der Opferberatungsstelle Reach Out.

Rassistische Attacken und Angriffe auf Geflüchtete, Juden, Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transmenschen oder sogar auf Kinder, zudem zuletzt wieder Fußballfans, die einen schwarzen Spieler rassistisch beleidigen - in den Nachrichten ist regelmäßig von derlei Übergriffen zu lesen.

Und das sind nur die, die es bis dorthin geschafft haben. Viele Taten werden nicht angezeigt und daher weder statistisch erfasst noch strafrechtlich verfolgt. Dabei kann bei jeder Bedrohung oder Beleidigung die Polizei hinzugerufen werden. Es gebe keine Schwelle, die zu niedrig sei, sagt Sabine Seyb von der Opferberatungsstelle Reach Out aus Berlin. Es reiche, wenn sich jemand bedroht fühlt oder sorgt, eine Situation könne eskalieren. ...

Berliner LKA-Beamter bei Treffen mit Neonazi beobachtet

Ein Berliner LKA-Beamter soll Kontakt zu einem mehrfach vorbestraften Neonazi unterhalten haben. Das ergeben Recherchen des ARD-Magazins Kontraste und des rbb. Der Neonazi soll an mehreren Brandanschlägen in Neukölln beteiligt gewesen sein.
Von Jo Goll

16. März 2018: Zwei Beamte einer Sicherheitsbehörde observieren den bekannten Berliner Neonazi T. Er ist ein mehrfach vorbestrafter Rechtsextremist, der schon einige Haftstrafen hinter sich hat. Die observierenden Beamten beobachten, wie T. gegen 20:30 Uhr das Ostburger Eck in Neukölln-Rudow betritt. Das Lokal ist nicht nur eine bekannte Fußball-Kneipe, es galt auch lange als regelmäßiger Treffpunkt der Neuköllner Neonazi-Szene. Was dann geschieht, überrascht die Beamten: An dem Tisch, an dem T. Platz nimmt, sitzen nicht nur drei Neonazis, sondern auch ein Mann, der ihnen ebenfalls bekannt vorkommt. Allerdings gehört dieser Mann nicht zur Neonazi-Szene, sondern zum Landeskriminalamt (LKA). Dort ist der Beamte mit Namen W. in einer Abteilung tätig, die auch für polizeiliche Observationsmaßnahmen zuständig ist. ...

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Rassistische und antisemitische Angriffe nehmen zu

Zahlen der Opferberatungsstellen

Immer mehr Menschen in Berlin und Brandenburg werden Opfer von antisemitischen, rassistischen und rechten Angriffen. Die Opferberatungsstellen haben ihre Zahlen für 2018 veröffentlicht. Beleidigungen und Pöbeleien geschehen demnach oft in Alltagssituationen.

Rechte, rassistische und antisemitische Angriffe haben in der Region Berlin und Brandenburg im vergangenen Jahre erneut zugenommen.

Nach Angaben der Berliner Opferberatungsstelle Reachout sind im vergangenen Jahr in Berlin 309 solcher Taten erfasst worden. Das seien 42 mehr als 2017, sagte Sabine Seyb von Reachout am Mittwoch. Den Angaben zufolge wurden dabei "mindestens 423 Menschen verletzt und bedroht", darunter 19 Kinder und 47 Jugendliche. Die Zahl judenfeindlicher Angriffe habe sich mehr als verdreifacht. ...

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Berlin und Brandenburg - Opferberater registrieren Rückgang rechter Gewalt

Berlin und Brandenburg - Opferberater registrieren Rückgang rechter Gewalt

Rechte Gewalt ist in der Region deutlich rückläufig. Zumindest besagen das die Zahlen der Opferberatungsstellen für das vergangene Jahr. Doch weder die Opferperspektive Brandenburg noch ReachOut aus Berlin sehen einen Grund für Entwarnung.

Die Zahl der gemeldeten rechten Gewalttaten ist in Berlin und Brandenburg im vergangenen Jahr zurückgegangen. Das teilten die Berliner Opferberatungsstelle ReachOut und der Brandenburger Verein Opferperspektive am Dienstag unabhängig voneinander mit.

ReachOut registrierte 267 Angriffe im Jahr 2017. Das sind 113 weniger als im Jahr zuvor. Obwohl die Angriffe damit um fast 30 Prozent sanken, gebe es keine Entwarnung, sagte Sabine Seyb von der Beratungsstelle am Dienstag in Berlin. Bei den Angriffen seien mindestens 374 Menschen verletzt, gejagt und massiv bedroht worden, darunter auch 22 Kinder.

Trotz des Rückgangs auch in anderen Bundesländern bleibe Berlin die Hauptstadt der Angriffe (statistisch 7 pro 100.000 Einwohner), sagte Seyb. Zu den meisten Taten kam es im Innenstadt-Bezirk Mitte mit vielen Partytreffs (60 Taten).

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